Lyrische Programme – Poesietheater Kassel

Mascha Kaleko

Iwein

Lichte Gestirne

Goethe

Mascha Kalèko 

Wir haben keine andre Zeit als diese (2025)

Die 1907 geborene Mascha Kaléko wurde in den 1920er Jahren in Berlin mit ihren heiter-melancholischen Versen bekannt. Darin thematisiert sie das Lebensgefühl ihrer Zeit wie auch ihre persönlichen Sehnsüchte und Erfahrungen. 1938 emigrierte Kaléko gemeinsam mit Mann und Sohn nach New York und erlebte hier die Sprach- und Bedeutungslosigkeit als deutschsprachige Dichterin, zugleich auch große Armut. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte sie einen Neuanfang in Deutschland, später auch in Israel – doch sie blieb heimatlos. All diese Erlebnisse spiegeln sich in ihren Gedichten.

Rezitation: Frauke Kläy vom Poesietheater Kassel
Querflöte: Rebecca Overlack

„Iwein“

Artusritter Legende (2022/2023)

Eine Koproduktion des Poesietheaters Kassel mit der Erzählbühne Margarita Dettbarn.

„Iwein“ gehört zu den Erzählungen mittelalterlicher Sänger, die alle auf dem Stoff der Artuslegenden basieren. Als Vorlage dient der gleichnamige Roman von Hartmann von Aue aus dem 13. Jahrhundert.

Iwein ist die Geschichte von einem Glücksjäger, der sich, getrieben von jugendlichem Selbstverwirklichungs- und Geltungsdrang, risikofreudig ins Leben stürzt. Seine Erfolge berauschen ihn, und er wähnt sich zu den Besten der Besten zu gehören. Da begegnet er völlig unerwartet der Liebe seines Lebens. Durch sein eigenes Unvermögen und falsche Versprechungen geht diese Beziehung jedoch in die Brüche. Daraufhin gerät er in eine schwere Persönlichkeitskrise, die ihn allmählich in den Wahnsinn treibt. Die Sehnsucht nach der verlorenen Liebe lässt ihn aber nicht aufgeben. Er zieht weiter rastlos umher, bis er eine einschneidende Wandlung erfährt und eine neue Zielsetzung seines Lebens erkennt.

So lässt er die Sonne in sein Herz herein und entdeckt dabei seine innere Stimme (im Bild des Löwen), der er nun folgt und die ihm hilft, neue Herausforderungen zu meistern. So kann er am Ende auch die verlorene Geliebte zurückgewinnen. Szenisches Spiel wechselt mit erzählenden Passagen sowie mit Liedern aus der Minnesängerzeit, begleitet von Musik auf der Harfe.

„Lichte Gestirne“ (2021/2022)

Im Zentrum steht die Idee, moderne und romantische Literatur in einer Performance zusammenzuführen.

Es geht um die Komplexität der Selbsterfahrung zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft, sowie um die Frage nach den Grundwerten des Menschlichen und um die Erfahrung der spirituellen Identität.

Die Texte aus der Romantik spiegeln mit ihrer Gefühlsintensität und ihrer Suche nach mystischer Gotteserfahrung die Nöte, Widersprüche und Grenzerfahrungen des suchenden Menschen. Komische, moderne und absurde Texte lockern das Programm auf und verleihen dem ganzen eine humorvolle und spielerische Note. Mit lustig-ernsten Reflektionen wird bei aller Tiefe eine Leichtigkeit und Freude erzeugt, die es ermöglicht, sich als heutiger Mensch angesprochen zu fühlen.

Freche moderne Lyrik auf dem Hintergrund einer ernsten mystischen Stimmung. Ein erweckendes Feuerwerk und ein Appell an die Gegenwart.

Mit Texten von Novalis, Karoline von Günderrode, Victor Hugo, Reiner Maria Rilke, Nelly Sachs, Hermann Hesse, Hans Arp u.a.

Goethe Lyrikperformance 

„Im Grenzenlosen sich zu finden“ (2020)

Hommage an den Freund der Musen und Götter. Gedichte, Dialoge, Prosatexte szenisch umgesetzt: Eine munter-heitere Collage mit Tiefgang, mal philosophisch, mal lyrisch, gefühlvoll oder teuflisch verstrickt, – und meistens verliebt.
Goethe, Prototyp des schöpferischen, selbstbewussten Menschen.

“ In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.“

(J.W. v. Goethe)